IDAHOBIT – Vereine und Politik setzen Zeichen gegen Diskriminierung und für Toleranz

Landtagsabgeordnete Simone Wendland (CDU), Ratsfrau Maria Winkel (SPD), Ratsherr Carsten Peters (B90/Grüne) und Richard-Michael Halberstadt (Vorsitzender Ausschuss für Gleichstellung) sowie Petra Böhm (Vos. CSD Münster e.V.), Felix Adrian Schäper (Vors. TIMS e.V. i.g.), Jan Baumann (Queergemeinde Münster) sowie Dragqueen Liberty Lestrange
Foto (v.l.) : Petra Böhm (Vos. CSD Münster e.V.), Landtagsabgeordnete Simone Wendland (CDU), Richard-Michael Halberstadt (Vorsitzender Ausschuss für Gleichstellung), Dragqueen Liberty Lestrange, Ratsherr Carsten Peters (B90/Grüne), Heiko Philippski (Vors. des KCM Schwulenzentrum Münster e.V.), Ratsfrau Maria Winkel (SPD), Jan Baumann (Queergemeinde Münster) und Felix Adrian Schäper (Vors. TIMS e.V. i.G.).

Am vergangenen Samstag (16.05.2020) trafen sich Vertreter_innen der Queer-Community und Politik zu einem gemeinsamen Foto in Münsters guter Stube. Vor dem Rathaus am Prinzipalmarkt setzten sie ein Zeichen gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie. Diese kurzfristig spontane Aktion unterstützten die Landtagsabgeordnete Simone Wendland (CDU), Ratsfrau Maria Winkel (SPD), Ratsherr Carsten Peters (B90/Grüne) und Ratsherr Richard-Michael Halberstadt (Vorsitzender Ausschuss für Gleichstellung) sowie Petra Böhm (Vors. CSD Münster e.V.), Felix Adrian Schäper (Vors. TIMS e.V. i.G.), Jan Baumann (Queergemeinde Münster), Heiko Philippski (Vors. des KCM Schwulenzentrum Münster e.V.) sowie Drag Queen Liberty Lestrange. 

Das Recht jedes Menschen, ohne Diskriminierung selbstbestimmt zu leben, wird für queere Menschen täglich in Frage gestellt. In über 70 Ländern dieser Welt wird gleichgeschlechtliche Liebe verfolgt. Transidenten und Intergeschlechtlichen wird das Recht, ihr Geschlecht selbstbestimmt zu leben, oft mit Gewalt abgesprochen. Auch in Deutschland müssen sich Transidente weiterhin einem diskriminierenden Begutachtungsverfahren unterziehen, um ihren Vornamen und Geschlechtseintrag ändern lassen zu können. Hier ist die Politik gefragt, dieses unwürdige Verfahren abzuschaffen und für klare Regelungen zu sorgen. Und auch unsere christlichen Kirchen und andere Religionsgemeinschaften können offensichtliche oder unterschwellige Orte der Diskriminierung sein. Gerade für Mitglieder dieser Kirchen und Religionsgemeinschaften ist es eine Pflicht wachsam für Diskriminierungen zu sein und entschieden dem entgegenzutreten. 

Bei diesem Termin wurden auch Masken in Regenbogenfarben den teilnehmenden Vertreter_innen der Politik überreicht. Diese Masken werden in Heimarbeit von Mitgliedern der Community genäht. Dies ist eine gemeinsame Aktion der Fachstelle für Sexualität und Gesundheit – Aids-Hilfe Münster e.V., dem CSD Münster e.V., dem KCM Schwulenzentrum Münster e.V. sowie dem Verein für lesbische Frauen* in Münster (LiVas e.V.). Die Masken werden dann nach Fertigstellung bei den jeweiligen Einrichtungen erhältlich sein.

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) findet jährlich am 17. Mai statt. Er wird als Aktionstag begangen, um durch Aktionen auf die Diskriminierung und Bestrafung von Menschen hinzuweisen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von der Heteronormativität abweichen.

Als weitere Aktion zum IDAHOBIT trafen sich am Sonntag Nachmittag (17.05.2020) Menschen aus der queeren Münsteraner Szene. In zweier Gruppen hintereinander wurde u.a. mit Regenbogen-, Inter- und Transflagge über Münsters Promenade gelaufen.

Gemeinsame Pressemitteilung CSD Münster e.V., KCM Schwulenzentrum Münster e.V., TIMS e.V. i.G. und Queergemeinde Münster

Zum Status des CSD Münster 2020 – Dieses Jahr nicht als Großveranstaltung.

Liebe Community,

aktuell erleben wir eine Zeit, in der sich vieles ändert. Unser Alltag ist mitunter von der Angst geprägt, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren, von „social distancing“ wie es so schön genannt wird und ein Blick in die Supermärkte zeigt vielfach die Installation von Abschirmungen! Wer erinnert sich nicht an 80er / 90er Jahre in denen Bankschalter und Kassen noch voll verglaste Boxen waren. Und die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an das Aufkommen des HI-Virus – eine Erinnerung, die speziell im kollektiven Gedächtnis unserer Community verankert bleibt.

Unsere Bundeskanzlerin, Frau Merkel, trat vor die Presse und eröffnete uns das „NO-GO“ für Großveranstaltungen. Sicherlich könnten wir jetzt darüber nachdenken, den CSD eine Woche zu verschieben. Aber angesichts der vielerorts herrschenden Angst und auch in Bezug auf das – wichtigste Gut des Menschen: seine Gesundheit, wird der CSD nicht stattfinden können. Zumindest nicht als eine Großveranstaltung! Wir werden uns in den nächsten Tagen virtuell zusammensetzen und überlegen, welche Ideen für Alternativveranstaltungen wir generieren können. Ob einfach nur Gemeinschaft oder aber politischer Protest. Es lässt sich auch virtuell „GEMEINSAM WEITERGEHEN“. Und – je nach Lockerung der Maßnahmen – werden vielleicht kleinere Veranstaltungen möglich sein. 

Als Verein denken wir, dass die „Corona-Zeit“ nicht nur eine Krisenzeit ist. Es ist vor allem auch eine Zeit, in der wir – zurückgezogen in unsere vier Wände – zum Nachdenken kommen … und vielleicht auch zum Runterkommen, Aufräumen, Entrümpeln … Es ist eine Zeit, in der wir Erinnerungen durchgehen oder diese ins Bewusstsein gelangen. Eine Zeit, in der wir uns mit uns selbst auseinandersetzten. Eine Zeit der Standortbestimmung. Persönlich … Privat … aber auch in Bezug zur Gesellschaft. Fragen der Auseinandersetzung können sein:

  • Wo stehe ich als queeres Individuum?  Oder auch mal nicht queer: Wo stehe ich persönlich?
  • Wer bin ich in Bezug zur Gesellschaft? Zu welcher Gruppe fühle ich mich zugehörig?
  • Wo stehen wir als Queers? Wer sind wir als Gesellschaft?
  • Wie gehen wir miteinander um? 

Es sind essenzielle Fragen. Sie berühren vor allem die Verbundenheit der einzelnen Menschen und Gruppen in der Community. Sie berühren das ICH und das WIR. Die Bezogenheit aufeinander. Diese Fragen kann jeder für sich beantworten und selbstbestimmt feststellen, wo * steht. Eine Möglichkeit dies zu tun, besteht darin, den Blick auf das Trennende zu richten. An sich selbst zu denken. Zu bestimmen, was man will – Dies ist nicht nur legitim, es ist Identitätsstiftend. Daneben ist es wichtig, den Blick auf das Verbindende zu richten:

Was TEILEN wir jetzt schon miteinander? Und was wollen wir in Zukunft miteinander teilen? Wie können wir die Verbundenheit untereinander stärken?

Obwohl die Auseinandersetzung mit beidem wichtig ist, erscheint es uns in der aktuellen Situation wichtig die Verbundenheit in den Fokus zu setzen:

GEMEINSAM WEITERGEHEN“ bedeutet zu fragen:
Wie stärken wir unsere Verbundenheit? Wie wachsen wir zusammen?

Der Vorstand des CSD Münster e. V.

CSD Münster 2020 – Motto „Gemeinsam weitergehen“

Klassischerweise gilt der CSD Münster als ein queer-politischer CSD (29.08.2020). So wird zu Fuß marschiert wie in den 70er Jahren, als hier die erste LGBTIQ-Demo stattfand. Im letzten Jahr konnten wir gemeinsam mit ca. 3000 Teilnehmer_innen, an der Demo, Flagge zeigen.

Unser Motto in diesem Jahr lautet „Gemeinsam weitergehen“ – das bedeutet, sich zunächst Fragen zu stellen: Wo stehen wir politisch und wo wollen wir hingehen? Was müssen wir vorantreiben? Und wo sollten wir stolz auf die Erfolge unserer Gemeinschaft sein? Neben den gemeinschaftlichen Fragen der Standortbestimmung gibt es auch persönliche: Wie sieht ein queerer Lebensweg aus? Welche Hürden innerhalb der Community liegen auf meinem Weg? Und wie kommuniziere wir anderen Teilen der Gesellschaft, worum es mir/uns geht.

Unsere Anliegen wollen deutlich gemacht werden! Gleichstellung will eingefordert werden! Gegen Diskriminierung muss entschieden vorgegangen werden und die Demokratie zu stärken, muss uns eine Herzensangelegenheit sein!

2022 wird sich die erste Homosexuellen-Demo zum 50igsten Mal jähren. Das ist in gut zwei Jahren. Was war damals wichtig und was ist uns heute wichtig? Wer wollen wir 2022 sein?

Es ist JETZT Zeit sich zu sammeln, sich zu orientieren und zu überlegen: Wie gehen wir gemeinsam weiter? Welche Impulse wollen wir in Zukunft setzen?

All diese Fragen sind gerade für die Münsteraner Queer-Community wichtig. Die Community, die einst einen ganz eigenen Impuls in Deutschland setzte!

Dieses Jahr finden die Prideweeks vom 15.08. – 30.08.2020 statt. Das Ständefest wird wie im letzten Jahr am Hafenplatz stattfinden.

Alle weiteren Informationen werden Zeitnahe bekannt gegeben.

Weitere CSD Termine in NRW:

CSD Paderborn23.05.
CSD Recklinghausen (abgesagt)06.06.
CSD Bielefeld13.06.
CSD Wuppertal (abgesagt)20.06.
CSD Herne20.06.
CSD Aachen20.06.
CSD Krefeld27.06.
CSD Köln (verschoben)10.10
CSD Bochum11.07.
CSD Mönchengladbach19.07.
CSD Siegen25.07.
CSD Duisburg25.07.
Ruhr CSD Essen31.07. – 01.08.
CSD Bonn01.08.
CSD Düsseldorf06. – 09.08.
CSD Dortmund14.08.
CSD Münster 29.08.
CSD Weisweiler29.08

CSD Münster bedankt sich!

Wir wünschen euch und euren liebsten wunderbare Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Danke für euren Einsatz, euer Engagement und eure Hilfe im Jahr 2019.

Die Planung und Organisation für das Jahr 2020 sind bereits im vollen Gange, wir freuen uns über jeden weiteren Helfer für unsere AG’s wie z.B.: Demo, Ständefest, Prideweeks, Tombola, Abschlussparty, etc. …

Du fühlst dich angesprochen? Komm gern zur nächsten Orgasitzung am 13.01.2020 um 18:30 Uhr in der Alexianer Waschküche.

Du möchtest Mitglied im CSD Münster e.V. werden? Den Mitgliedsantrag gibt hier Online unter:

Wir freuen uns auf ein spannendes Jahr 2020, einen wunderbaren CSD 2020, und schöne Momente mit euch!

SAVE THE DATE!
CSD MÜNSTER 2020 – 29.08.2020

Mitgliederversammlung des CSD Münster vom 11.11.2018

Am 11. November 2018 fand die jährliche, ordentliche Mitgliederversammlung des Christopher Street Day Münster e.V. statt. Auf dem Programm stand die Bilanzierung des vergangenen Jahres und Wahl eines neuen Vorstands für das Jahr 2018.

Der CSD Münster e.V. blickt auf ein erfolgreiches Jahr mit gelungenen Veranstaltungen zurück. Die Pride Weeks fanden wie im Vorjahr über drei Wochen statt. Damit konnte erneut ein vielschichtiges Angebot für ein unterschiedliche Spektrum der LGBTQI-Community geliefert werden. An der Demo selber nahmen mit 1200 Personen trotz des schlechten Wetters mehr Menschen teil als im Vorjahr. Das Ständefest umfasste 5500 Besucher.

In den neuen Vorstand wurden
Alexander Proske (Einzelhandelskaufmann, CSD Mitglied seit 2017),
Daniel Wilhelm (Psychologischer Psychotherapeut, CSD Mitglied seit 2018),
Heike Jahn (Floristin, CSD Mitglied seit 2015),
Tobias Gehre (Hotelfachmann, CSD Mitglied seit 2014) und
Silke Gronhoff (Betriebsrätin, CSD Mitglied seit 2014)
gewählt.

Mit Alexander Proske, Daniel Wilhelm und Heike Jahn treten drei neue Mitglieder in den Vorstand ein. Während Heike Jahn die lesbische Sichtbarkeit fördern will und zusätzlich Verwaltungsaufgaben übernimmt, möchten Alexander Proske und Daniel Wilhelm Öffentlichkeitsarbeit dahingehend ausrichten, dass der Bekanntheitsgrad des Münsteraner CSD unter heterosexuellen Bevölkerungsgruppe steigt. Tobias Gehre und Silke Gronhoff waren zuvor bereits im Vorstand tätig und werden ihre Erfahrung in die Planung des neuen CSD einbringen können.

Die Planungen für den CSD 2018 soll umgehend begonnen.